Datenschutz in der Schweiz Anspruch, Realität und ein trügerisches Sicherheitsgefühl

Die Schweiz gilt vielen als Inbegriff von Verlässlichkeit, Diskretion und Rechtsstaatlichkeit. Dieses Image wird im Datenschutz oft automatisch mitgedacht, nach dem Motto: Wenn es um Daten geht, ist die Schweiz schon sicher. Genau hier beginnt das Problem. Denn zwischen dem internationalen Ruf und der tatsächlichen Praxis liegen im Datenschutz nicht selten deutliche Unterschiede. Wer sich auf das Etikett „Schweiz“ verlässt, riskiert ein trügerisches Sicherheitsgefühl.

Wenn Datenschutz an der Grenze endet

er europäische Datenschutzanspruch ist hoch. Mit der Datenschutz-Grundverordnung hat die Europäische Union ein Regelwerk geschaffen, das bewusst über nationale Grenzen hinauswirkt.

Auch Unternehmen außerhalb der EU sollen sich an die DSGVO halten müssen, wenn sie ihre Angebote auf Personen in der Union ausrichten oder deren Verhalten beobachten. Auf dem Papier ist dieser Anspruch eindeutig. In der Praxis zeigt sich jedoch ein erhebliches Durchsetzungsdefizit, insbesondere im Verhältnis zur Schweiz.